Ein Bubentraum wird wahr

Angefangen hat alles im November bei meiner Geburtstags-feier (40gi) mit Freunden und Familie. Als auf einmal meine fünf Jugendfreunde zu mir an den Tisch kamen und mir einen Umschlag überreichten. Darin war ein Gutschein für eine Truckerfahrt mit Herr Schmid der Firma Schöni Transport AG 3bis 5Tage irgendwohin. Ich war sprachlos hab mich riesig gefreut , dann im Januar telefonierte ich das erste Mal mit Herrn Schmid es wurde dies und das besprochen  unter anderem das ich auch gerne selber fahren würde. Beim nächsten Telefon machten wir den Termin. Am Montag 22. März um 5 Uhr morgen war es soweit. Der sauber gewaschene und voll getankte Mercedes Benz Sattelzug stand bereit, Stefan Schmid mit Melone und Kombi daneben auf der Rampe. Wir begrüssten uns, tranken einen Kaffe am Automaten und dann fuhren wir los Richtung Suhr, da luden wir ab. Später ging es ins Zürcher Oberland, wo wir den Aufleger wieder gegen einen Vollbeladenen tauschten. Nach Kaffee und Sandwiches  ging es dann richtig los, denn ich konnte das Steuer selber übernehmen. Es war ungewohnt, aber schön nach 10 Jahren wieder einmal selber zu fahren, auf der Autobahn konnte ich mich gut an den LKW der voller Hightech steckt, gewöhnen. Über den San Bernhardino wurde ich dann schon eher gefordert. Als wir in Stabio  mit Geduld durch den Zoll waren, meldete sich der Disponent wir sollten bei einer Spedition noch ein Paket abholen und unbedingt heute Abend noch bei einem  weltbekannten Automobilhersteller in Modena abliefern. Also fuhren wir Richtung Milano und Modena. Irgendwann stillten wir noch unseren Hunger. Zwar nicht typisch Italienisch dafür schnell .  Und dann weiter, am späteren Abend, standen wir dann vor den Hallen von Lamborgini  Automobile, doch der Nacht-portier machte uns auf sehr arrogante(kleiner König)  Art klar, dass er kein Interesse an der Expresslieferung habe. Punkt Schluss. Also fuhren wir weiter zum nächsten Abladeort, wo wir für morgen 7 Uhr angemeldet waren. Das Restaurant wo wir auf dem Parkplatz übernachteten, schloss gerade die Türen. Wir tranken dann ein wohlverdientes Bier aus dem Bordkühler und schliefen dann todmüde ein. Am Dienstag um 6 Uhr gingen wir Kaffe trinken, dann abladen und später wieder fünfzig Kilometer retour das sehnlichst erwartete Paket abliefern. Danach sammelten wir den ganzen Tag an verschiedenen Orten in der Region Plättli auf, um ca. 18 Uhr fuhren wir wieder Richtung Stabio. Das war Herrlich bei Sonnenuntergang über die Autobahn zu Gondeln bis wir dann spät in der Nacht ankamen. Wir schliefen auf dem Zollhof. Am Morgen tauschten wir dann in Stabio  den Aufleger und hatten dann auch noch schnell Zeit zum Duschen, als dann die Papiere fertig waren ging es wieder Richtung Norditalien dieses Mal mit Papierrollen . Bei strahlendem Wetter ging es wieder auf die Autobahn Richtung Süden. Nach gemütlichem Essen kamen wir am Nachmittag an unseren Abladeort. Dort hatten wir eine lustige Begegnung, mit dem wie er sich selber nennt, Bayrischer Neger. Wir tranken Cola und assen hartgekochte bayrische Eier. Als wir die Papierrollen abgeladen hatten, verabschiedeten wir uns und fuhren durch den Italienischen Frühling die Landstrasse Richtung Verona. Dort sollten wir bei Coco-Cola Italien eine Komplettladung ColaZero abholen , aber dann wurden unsere Nerven auf die Probe gestellt. Unsere Ladung lies 6 Stunden auf sich warten. Wir hatten sehr gute Gespräche, so lief die Zeit wie im Flug. Stefan lachte und sagte das ist Italien, als wir dann doch noch beladen wurden und die Papiere holten, gab Stefan aber schon zu merken, dass man mit Kunden etwas anders umgehen sollte und nicht einfach so abzustellen . Zum Schluss bekamen wir noch eine Handvoll Colas und ein verlegenes lächeln auf den Weg. Wir fuhren zum grossen Parkplatz vor dem Areal, tranken noch was und schliefen schliesslich todmüde ein. Früh am Morgen ging es dann wieder nach Stabio über den Zoll zu Schöni Ticino, dort wechselten wir den Aufleger und fuhren durchs verregnete Ticino, Richtung Gotthard. Bei Erstfeld auf der neuen Raststätte machten wir Mittag und konnten wieder Deutsch sprechen. Am Nachmittag ging es dann ins Zürcher Unterland Holz abladen, dann noch Edelstahl nach Dübendorf. Auf dem Rasthof Winterthur machten wir Feierabend. Am Abend hatten wir eine lustige Runde mit anderen Chauffeuren. Nach einem reichhaltigen Frühstück luden wir in Winterthur noch den Rest der Ladung ab. Danach fuhren wir nach Aarau zum Hupacbahnhof, wo wir einen Aufleger voller Baustahl direkt ab der Bahn aufgesattelt bekamen und fuhren nach Seewen. Dort abgeladen, ging es nach Emmen Mittagessen und wieder Stahl laden. Danach wieder nach Aarau den Aufleger direkt auf die Bahn für Italien. Das letztemal Aufleger aufsatteln dann zurück nach Wynau. Auf dem Hof der Firma Schöni AG war der Platz randvoll roter Lastwagen. Wir parkten am Rand und ich drehte ein letztes Mal den Schlüssel. Hiermit möchte ich Stefan noch mal recht herzlich danken für die sehr schöne Zeit in der wir viel gelacht und geredet haben (der Radio war übrigens die ganze Woche aus, bemerkten wir aber erst am Ende unsere Reise). Dank auch der Firma Schöni für das Vertrauen das ich Ihren Lastwagen durch Schweiz und Italien fahren durfte.  Gruss Martin Joller